Auswertung meiner Photovoltaik-Anlage 2025
Die Auswertungen und Berechnungen basieren auf den 2025 erreichten Leistungswerten meiner Photovoltaik-Anlage (30 PV-Module, 11 kWp, Dachneigung 45°, Richtung SSW, 13 kWh Speicher) und Haus mit ca. 120 m² Wohnfläche. Zugrunde liegen meine Stromrechnung von EnviaM und die Einspeisevergütung der Stadtwerke. Mit den E-Autos sind wir 25.260 km gefahren, geladen wurde meist zuhause per Wallbox. Die Abrechnung für das Unterwegs-Laden erfolgte durch EnBW. Die Heizung per Erdwärmepumpe wird ebenfalls mit Strom betrieben. Die PV-Anlage ist gepachtet und nach der Pachtlaufzeit mein Eigentum. Eine Anzahlung war aufgrund des im Vergleich zum Kredit länger laufenden Pachtmodells nicht nötig. Der Benzinpreis dieser Berechnung entspricht dem deutschen Jahresdurchschnitt von 1,73 EUR pro Liter Super Benzin im Jahr 2025 (Quelle: Statista).
Stromproduktion
Die Sonnenscheindauer pro Tag ist im Sommer wesentlich länger als im Winter. Im Sommer steht auch die Sonne wesentlich höher und die PV-Module haben mit 45° einen effektiveren Winkel als im Winter. Somit produziert eine PV-Anlage auch entsprechend der jeweiligen Jahreszeit mehr bzw. weniger Strom.
Strombedarf
Die Heizung per Erdwärmepumpe hat neben den E-Autos den größten Strombedarf. Jedoch hat sie einen separaten Stromzähler, so dass sich der Strom für Heizung und Haushalt nur zusammengefasst auswerten lässt (rot). Der Strombedarf der E-Autos ist grün dargestellt.
Strombedarf
Der gesamte Strombedarf von Haushalt, Heizung und E-Autos sind hier (schwarz) zusammengefasst.
Strombezug
Wenn die PV-Anlage zu wenig oder keinen Strom produziert (z.B. nachts) und der Stromspeicher leer ist, wird der zusätzlich benötigte Strom aus dem Stromnetz bezogen (dunkelblau). Die Stromrechnung dafür kommt in meinem Fall von EnviaM.
Einspeisung
Der Haushalt braucht nur ca. 5%, die Heizung ca. 20% des maximalen Stroms, den die PV- Anlage liefern kann – 11,1 kW. Die Ladeleistung des Speichers beträgt max. ca. 4,5 kW. Und wenn die E-Autos nicht laden müssen und gerade mehr Strom produziert als momentan benötigt wird, wird der überschüssige Solarstrom (blau) ins Stromnetz eingespeist. Die Vergütung erfolgt jährlich über die Stadtwerke.
Kostenvergleich
Rechnet man die jährlichen Kosten für die PV Anlage, die Stromrechnung für den im Haus verbrauchten Strom, sowie die Abrechnungen für das relativ seltene Unterwegs-Laden der E-Autos zusammen, ergaben sich im Jahr 2025 Kosten in Höhe von 4.677 EUR. Dem gegenüber stehen Einnahmen in Höhe von 740 EUR aus der Einspeisevergütung des überschüssigen Solarstroms sowie aus den THG-Prämien für die E-Autos. Zieht man die Einnahmen von der Ausgaben ab, ergaben sich im Jahr 2025 Gesamtkosten von 3.940 EUR.
Errechnet man anhand der Stromverbrauchswerte, den gefahrenen Kilometern sowie den 2025 geltenden Strom- und Benzinpreisen die Kombination „Heizung per Erdwärmepumpe, ohne PV-Anlage, Autos als Benziner“, hätten sich in dieser Konstellation Gesamtkosten in Höhe von 4.930 EUR ergeben. Die Gesamtkosten wurden also mit PV und E-Autos um mindestens 20 Prozent gesenkt. Jährliche Kosten für Ölwechsel bei Verbrennungsmotoren schwanken je nach Modell und Menge und sind noch nicht hinzugerechnet.
Bei Kostengegenüberstellungen ist es wichtig, ehrlich alles ungeschminkt einzurechnen. Hat man kein E-Auto, müssen die Kosten für Treibstoff und Öl eingerechnet werden. Weglassen und Schönrechnen bringen nichts. Wenn z.B. das Auto zwar im Werbeprospekt 5 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, real aber 7 oder 8 Liter, dann muss man auch mit den realen Werten rechnen. Noch genauer ist es, keine Durchschnittswerte sondern die echten Tankquittungen- bzw. Ladeabrechnungen zur die Berechnung heranzuziehen. So bekommt man ein tatsächliches Bild. Werbeversprechen oder zwischenzeitlich günstige Benzinpreise verzerren das Bild – deshalb bitte nur die realen Rechnungen in die eigene Kalkulation einbeziehen: für Öl, Gas, Benzin, Diesel und ganz wichtig: die Stromrechnung – und die wird um so günstiger mit der eigenen PV-Anlage.
